Zum Inhalt springen
Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Links zu Amazon sind Werbung.

Wissen

Raumklima-Check für die Heizsaison: fünf Schritte, bevor du ein Gerät kaufst

Wenn im Oktober die Heizung angeht, wird die Luft trocken und kühle Räume werden feucht. Fünf Schritte, mit denen du herausfindest, welcher Raum was braucht.

Gusseiserner Heizkörper unter einem Fenster mit Vorhang
Foto: Erik Mclean / Pexels

Im Herbst ändert sich das Raumklima innerhalb weniger Wochen. Die Fenster bleiben öfter zu, die Heizung läuft, draußen wird es kalt. Das hat zwei Folgen, die gegensätzlich klingen und dieselbe Ursache haben: Im geheizten Wohnzimmer wird die Luft trocken, im kühlen Schlafzimmer und im Keller wird es an den Wänden feucht.

Beides lässt sich messen, bevor du Geld ausgibst. Dieser Check dauert eine Woche und kostet ein Hygrometer.

Schritt 1: In jedem Raum messen, eine Woche lang

Stell in die Räume, die dir Sorgen machen, je ein Hygrometer — an eine Innenwand, nicht ans Fenster, nicht auf die Heizung, nicht in die Sonne. Lies morgens und abends ab, oder nimm ein Gerät mit Min/Max-Speicher. Eine einzelne Messung sagt wenig: Direkt nach dem Duschen oder Kochen ist die Feuchte immer hoch, nach dem Lüften immer niedrig.

Worauf es ankommt und wie du ein Gerät mit dem Salztest prüfst, steht in der Kaufberatung Hygrometer.

Schritt 2: Mit den Richtwerten vergleichen

Das Umweltbundesamt empfiehlt eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 %, dauerhaft nicht über 60 %. Für die Heizperiode nennt es als Richtwert höchstens 20 °C im Wohnzimmer, 18 °C in der Küche und 17 °C im Schlafzimmer.

Was du misst Was es bedeutet Weiter
meist unter 40 % Luft zu trocken, typisch für geheizte Räume Schritt 3
40 bis 60 % alles im Rahmen nichts kaufen
oft über 60 % zu feucht, Schimmelgefahr an kalten Flächen Schritt 4
beschlagene Fenster am Morgen Feuchte schlägt sich am kältesten Punkt nieder Schritt 4

Welche Werte in welchem Raum passen, steht ausführlich unter Ideale Luftfeuchtigkeit.

Schritt 3: Zu trocken? Erst verstehen, dann befeuchten

Heizungsluft ist trocken, weil kalte Außenluft wenig Wasser enthält. Luft mit 0 °C und 80 % Feuchte trägt 3,9 Gramm Wasser pro Kubikmeter. Auf 21 °C erwärmt sind das nur noch rund 21 % relative Feuchte. Die Heizung nimmt der Luft kein Wasser weg — die frische Luft bringt einfach keins mit.

Bevor du einen Befeuchter kaufst:

  • Nicht überheizen. Jedes Grad mehr senkt die relative Feuchte weiter.
  • Stoßlüften statt Kippfenster. Kurz und kräftig tauscht die Luft aus, ohne Wände auszukühlen. Das Umweltbundesamt rät in der kalten Jahreszeit zu 2- bis 3-mal täglich etwa 5 Minuten mit weit offenem Fenster.
  • Messen, wie viel fehlt. Ein 20-m²-Raum mit 21 °C braucht bei 0 °C draußen und normalem Luftwechsel rund 2,6 Liter Wasser am Tag, um 45 % zu halten. Ein 14-m²-Schlafzimmer mit 18 °C nur etwa 1,3 Liter. Diese Menge muss ein Befeuchter schaffen — und nicht mehr.

Welche Bauart wofür passt, steht in Verdunster, Verdampfer oder Ultraschall, fürs Schlafzimmer in Luftbefeuchter fürs Schlafzimmer.

Schritt 4: Zu feucht? Die kalte Stelle finden

Hohe Feuchte ist vor allem dort ein Problem, wo es kalt ist. Schimmel droht, wenn die Luft direkt an einer Oberfläche über längere Zeit 80 % Feuchte erreicht. Bei 20 °C und 50 % im Raum passiert das an jeder Stelle unter 12,6 °C; bei 17 °C und 65 % schon unter 13,8 °C.

Miss die kälteste Stelle — Außenecke, Fensterlaibung, hinter dem Schrank — und trag sie in den Schimmel-Rechner ein. Dann weißt du, ob es an dieser Wand kritisch wird.

Was dann hilft, in dieser Reihenfolge: richtig lüften, kühle Räume nicht mit warmer Luft aus anderen Räumen „mitheizen“, Möbel von Außenwänden abrücken, Wäsche nicht im Schlafzimmer trocknen. Erst wenn das nicht reicht, ein Entfeuchter — für Wohnräume ein Kompressorgerät, für kühle Keller eher ein Adsorptionstrockner. Details: Luftentfeuchter für die Wohnung und Luftentfeuchter für den Keller.

Schritt 5: Luft reinigen — nur, wenn es einen Grund gibt

Ein Luftreiniger ändert nichts an der Feuchte. Er lohnt sich, wenn Partikel das Problem sind: Pollen im Frühjahr, Tierallergene, Rauch vom Kaminofen oder aus der Nachbarschaft. In der Heizsaison ist das seltener der Anlass als im Frühling — am häufigsten wird nach Luftreinigern von Januar bis März gesucht, wenn die ersten Pollen fliegen.

Wenn du einen brauchst, rechne zuerst die nötige Leistung aus: CADR-Rechner. Welches Gerät in welchen Raum gehört, vergleicht Schlafzimmer oder Wohnzimmer.

Quellen