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Kaufberatung

Verdunster, Verdampfer oder Ultraschall: Welcher Luftbefeuchter wofür

Luftbefeuchter gegen trockene Heizungsluft: Verdunster, Luftwäscher, Verdampfer und Ultraschall im Vergleich – Strom, Hygiene, Kalk und Heizkörper-Verdunster.

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Person stellt einen tropfenförmigen Ultraschall-Luftbefeuchter ein, aus dem Nebel aufsteigt
Foto: cottonbro studio / Pexels

Wenn im Oktober die Heizung angeht, fällt in vielen Wohnungen die Luftfeuchte. Nicht, weil die Heizung Wasser verbraucht, sondern weil kalte Außenluft wenig Wasser halten kann. Luft mit 0 °C und 80 % relativer Feuchte enthält 3,9 g Wasser je Kubikmeter. Auf 21 °C erwärmt, sind das nur noch rund 21 %.

Ob dein Raum wirklich zu trocken ist, zeigt ein Hygrometer, nicht das Gefühl. Liegt der Wert über Tage unter 40 %, stellt sich die nächste Frage: welche Bauart. Es gibt vier Prinzipien, und jedes bezahlt das Befeuchten auf seine Weise — mit Strom, mit Heizwärme oder mit Pflegeaufwand.

Vier Prinzipien

  • Verdunster: Ein Lüfter bläst Raumluft durch eine nasse Matte. Das Wasser verdunstet, ohne Tröpfchen. Je feuchter die Luft schon ist, desto weniger verdunstet — das Gerät begrenzt sich selbst.
  • Luftwäscher: eine Verdunster-Bauart mit rotierenden Scheiben, die durch ein Wasserbad laufen. Gleiches Prinzip, statt Matte eben Scheiben.
  • Verdampfer: kocht Wasser und gibt Dampf ab. Keimarm, weil das Wasser gekocht wird, dafür hoher Stromverbrauch und heiße Teile.
  • Ultraschall-Vernebler: zerstäubt Wasser in feinste Tröpfchen. Leise und sparsam, aber alles, was im Wasser ist, landet in der Raumluft.

Die Bauarten im Vergleich

Verdunster Luftwäscher Verdampfer Ultraschall
Prinzip Lüfter durch nasse Matte Scheiben im Wasserbad, Lüfter Wasser wird gekocht Wasser wird vernebelt
Strom wenig, nur Lüfter wenig, Lüfter und Antrieb hoch, rund 0,72 kWh je Liter wenig
Verdunstungswärme aus der Raumluft aus der Raumluft aus dem Strom aus der Raumluft
Hygiene Matte reinigen oder tauschen Scheiben und Wanne reinigen keimarm durch Kochen strenge Reinigung, sonst Keime in der Luft
Kalk bleibt in der Matte bleibt in Wanne und Scheiben bleibt im Gerät, entkalken als weißer Staub in der Luft, außer mit entmineralisiertem Wasser oder Patrone
Begrenzt sich selbst ja ja nein, Hygrostat nötig nein, Hygrostat nötig
Geräusch Lüfterrauschen Lüfter und Scheibenantrieb Siedegeräusch möglich leise
Kinderzimmer geeignet geeignet nicht in Reichweite nur mit strenger Pflege

Für alle gilt: kein stehendes Wasser, täglich frisches Wasser, regelmäßig reinigen und entkalken nach Anleitung. Der Unterschied liegt darin, was passiert, wenn du es einmal nicht tust. Beim Verdunster bleibt, was im Wasser war, in der Matte. Beim Ultraschallgerät landet es in der Luft, die du atmest.

Die Energie-Bilanz: Befeuchten kostet immer Energie

Um einen Liter Wasser zu verdunsten, braucht es rund 0,68 kWh Wärme. Diese Energie muss irgendwoher kommen, egal welche Bauart.

  • Der Verdampfer bezahlt sie mit Strom. Mit dem Aufheizen auf 100 °C sind es rund 0,72 kWh je Liter. Bei 37 ct/kWh, dem BDEW-Durchschnitt 2026, kostet jeder Liter also 0,72 × 0,37 € ≈ 27 Cent.
  • Verdunster, Luftwäscher und Ultraschallgeräte brauchen selbst wenig Strom. Die Verdunstungswärme holt sich das Wasser aber aus der Raumluft, und die Heizung ersetzt sie. Auch hier fallen also rund 0,68 kWh je Liter an, nur eben als Heizwärme. Was die kostet, hängt an deinem Heizenergiepreis.

Wie viele Liter ein Raum braucht, hängt vor allem am Luftwechsel und an der Außentemperatur. Unsere Rechnung bei einem halben Luftwechsel pro Stunde und Außenluft von 0 °C/80 %:

Raum innen Bedarf
14 m², 2,5 m 18 °C / 45 % rund 53 g/h ≈ 1,3 l/Tag
20 m², 2,5 m 21 °C / 45 % rund 109 g/h ≈ 2,6 l/Tag
30 m², 2,5 m 21 °C / 45 % rund 163 g/h ≈ 3,9 l/Tag
20 m², 2,5 m, Luftwechsel 0,3/h 21 °C / 45 % rund 65 g/h ≈ 1,6 l/Tag

Die letzte Zeile zeigt den größten Hebel: Derselbe Raum braucht mit weniger Luftwechsel 1,6 statt 2,6 Liter am Tag. Ein dauerhaft gekipptes Fenster treibt den Bedarf nach oben, und das UBA rät ohnehin davon ab, weil es die Heizkosten drastisch erhöht. Stoßlüften tauscht die Luft kurz und gezielt, mehr dazu unter richtig lüften. Menschen, Pflanzen, Kochen und Duschen geben zusätzlich Feuchte ab; der echte Bedarf liegt deshalb oft darunter.

Durchgerechnet

Ein Wohnzimmer mit 20 m², ein Monat Heizsaison, das Gerät deckt den ganzen Bedarf:

Über 180 Heiztage hochgerechnet wären das beim Verdampfer 1,87 kWh × 180 ≈ 337 kWh, also rund 125 € Strom. Das ist eine grobe Rechnung für Tage um 0 °C: In milden Wochen braucht der Raum weniger, an Frosttagen mehr. Die Wattzahlen für Verdunster und Ultraschall sind Annahmen; die tatsächliche Leistungsaufnahme steht im Datenblatt. Den Rest rechnet der Betriebskosten-Rechner mit deinem Tarif.

Luftbefeuchter an der Heizung: was Heizkörper-Verdunster leisten

Die Tongefäße zum Anhängen an den Heizkörper sind die einfachste Form eines Luftbefeuchters für die Heizung. Sie brauchen keinen Strom, die Verdunstungswärme liefert der Heizkörper direkt. Ihr Problem ist die kleine Verdunstungsfläche. Gemessen am Bedarf aus der Tabelle, rund 50 bis 160 g pro Stunde, leisten sie wenig.

Wie wenig, hängt an Größe, Heizkörpertemperatur und Füllstand. Eine Zahl dafür nennen wir nicht, du kannst sie aber selbst ermitteln: Füll das Gefäß, markiere den Wasserstand und schau nach 24 Stunden, wie viel fehlt. Das vergleichst du mit dem Bedarf deines Raums, bei 20 m² rund 2,6 Liter am Tag.

Dazu kommt die Hygiene. Warmes, stehendes Wasser im Gefäß gehört regelmäßig ausgeleert und gereinigt. Als Ergänzung schaden die Gefäße nicht, eine Lösung für einen Raum, der über Tage unter 40 % liegt, sind sie nicht.

Luftwäscher: befeuchten ja, reinigen nur begrenzt

Der Name klingt nach mehr, als die Bauart verspricht. Ein Luftwäscher ist ein Verdunster mit Scheiben. Er befeuchtet und begrenzt sich selbst. Wie viel Staub im Wasserbad hängen bleibt, sagt beim reinen Luftwäscher keine Filterklasse. Wer Pollen oder Feinstaub aus der Luft holen will, braucht eine Filterklasse nach EN 1822 (etwa H13) und eine CADR, die zum Raum passt. Das ist die Aufgabe eines Luftreinigers, siehe Luftreiniger für Allergiker und Luftreiniger mit Befeuchter.

Welche Bauart wofür

  • Schlaf- und Kinderzimmer: Verdunster. Er begrenzt sich selbst, hat keine heißen Teile und bringt keinen Nebel in die Luft. Details zu Lautstärke und Hygrostat stehen im Text über Luftbefeuchter fürs Schlafzimmer.
  • Großer Wohnraum: Verdunster oder Luftwäscher mit genug Leistung. Bei 30 m² liegt der Bedarf nach unserer Rechnung bei rund 163 g pro Stunde.
  • Hygiene ohne viel Aufwand, Stromkosten egal: Verdampfer, nicht in Kinderreichweite.
  • Klein und leise, entmineralisiertes Wasser kein Problem: Ultraschall mit Hygrostat.
  • Hartes Leitungswasser und keine Lust auf Patronen: kein Ultraschallgerät.

Wann kein Befeuchter die Antwort ist

  • Das Hygrometer zeigt 40 % oder mehr. Dann fehlt keine Feuchte, egal wie trocken sich die Luft anfühlt. Werte je Raum: ideale Luftfeuchtigkeit.
  • Fenster beschlagen, Ecken riechen muffig. Das ist das Gegenteil von trockener Luft. Dann hilft ein Luftentfeuchter und richtiges Lüften.
  • Das Fenster steht auf Kipp. Erst zu, Stoßlüften, dann neu messen.
  • Es geht eigentlich um Staub oder Pollen. Dafür ist ein Luftreiniger da, kein Befeuchter.

Quellen